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Kulturelle Bildung und Teilhabe ist ein Menschenrecht

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Kultur und Kunst sind unerlässliche Bestandteile einer umfassenden Bildung, die es jedem Einzelnen ermöglicht, sich voll zu entfalten. Kulturelle Bildung ist daher ein grundlegendes Menschenrecht, das für alle Lernenden gilt, einschließlich für die oft von Bildung Ausgeschlossenen wie z.B.: EinwandererInnen, kulturelle Minderheiten und Menschen mit Behinderungen.

Kulturelle Bildung trägt zu einer Bildung bei, die physische, intellektuelle und kreative Fähigkeiten umfasst und eine dynamischere und fruchtbarere Beziehung zwischen Bildung, Kultur und Kunst ermöglicht.

Förderung des Ausdrucks von kultureller Vielfalt

Kunst ist sowohl Ausdruck von Kultur als auch eine Form der Verbreitung von kulturellem Wissen. Jede Kultur hat einzigartige künstlerische Ausdrucksweisen und kulturelle Praktiken. Die Vielfalt der Kulturen und ihre kreativen, künstlerischen Zeugnisse repräsentieren zeitgenössische und traditionelle Formen menschlicher Kreativität, die auf einzigartige Weise zu den Idealen, dem Erbe, der Schönheit und der Integrität menschlicher Zivilisationen beitragen.

Das Bewusstsein um kulturelle Praktiken und Kunstformen und das Wissen darüber stärken persönliche und kollektive Identitäten und Werte und tragen zum Schutz und zur Förderung von kultureller Vielfalt bei. Kulturelle Bildung unterstützt das kulturelle Bewusstsein, fördert kulturelle Praktiken und ist ein Mittel, durch das Wissen und Wertschätzung der Künste und Kultur von einer Generation an die nächste weitergegeben werden können.

Auf der Suche nach Antworten

Menschen in allen Kulturen haben immer schon Antworten auf Fragen gesucht (und werden sie auch immer suchen), die ihre Existenz betreffen. Jede Alltagskultur entwickelt Möglichkeiten, durch die Erkenntnisse, die durch die Suche nach dem Sinn gewonnen wurden, geteilt und vermittelt werden können. Grundelemente der Kommunikation sind Worte, Bewegungen, Berührungen, Geräusche, Rhythmen und Bilder. In vielen Kulturen werden die Ausdrucksformen, die Erkenntnisse kommunizieren und in den Köpfen der Menschen einen Raum für Reflexion schaffen, „Kunst“ genannt.

Alle kreativen Kräfte einbinden

Kreative Kapazitäten und Kulturbewusstsein für das 21. Jahrhundert zu entwickeln ist eine schwierige, aber entscheidende Aufgabe, die nicht umgangen werden kann. Alle Kräfte der Gesellschaft müssen eingebunden werden um zu garantieren, dass kommende Generationen dieses Jahrhunderts Wissen und Fähigkeiten erlangen und, vielleicht noch wichtiger, Werte und Haltungen, ethische Grundsätze und moralische Richtlinien vertreten, um in verantwortungsbewusster Weise eine nachhaltige Zukunft zu garantieren.

Aus dem Leitfaden für kulturelle Bildung (Road Map for Arts Education) der UNESCO-Weltkonferenz für kulturelle Bildung: 
Schaffung kreativer Kapazitäten für das 21. Jahrhundert 
(Lissabon, März 2006)




Doch was ist Kunst? Was ist Normalität?

Fraglos haben wir es hier mit einer Gleichung mit zwei Unbekannten zu tun. Maßstab der „Normalität“ einer Gesellschaft könnte aber sein, wie sie mit ihren Außenseitern umgeht, mit ihren Narren und Propheten, und welchen Stellenwert sie der Kunst einräumt – dem Nicht-Normalen und Nicht-Normierbaren schlechthin, das einen Blick hinter die Fassaden der Übereinkunft ermöglicht, das Gewohnte in Frage stellt und so immer wieder neue Perspektiven der Wahrnehmung, der Erkenntnis und Ein-Sicht eröffnet.

Prof. Hans Gercke

 

Beurteilung von Kunst

Intensität, Stimmigkeit, Authentizität, Unverwechselbarkeit des persönlichen Stils und eine sich in dessen Entwicklung manifestierende gestalterische Kompetenz, sind Kriterien, die gleichermaßen für die Beurteilung der künstlerischen Leistung von Menschen mit und ohne Behinderung gelten.

Prof. Hans Gercke

 

Neue Impulse

Wagen wir uns aus unserem Schneckenhaus! Ziehen wir uns nicht ausschließlich auf das Schutzterrain der geschlossenen Behindertenkultur zurück. Kämpfen wir um unseren Platz im Mainstream-Kulturbereich. Das Klima dort ist rauer, aber die Erfolge auch vielversprechender. Wir tragen nämlich dadurch nicht nur zu unserer eigenen Emanzipation bei, sondern bereichern auch die traditionelle Kultur um neue Impulse, die diese so dringend nötig hat, wenn sie nicht im tödlichen Formalismus erstarren will.

Dr. phil. Peter Radtke




Wo das Kalkül einsetzt, zerbröckelt die innere Form.

Jeder Mensch besitzt eine Form, die er in sich trägt. Ob es ihm gelingt, sie nach außen zu tragen, hängt von vielerlei Faktoren ab. Und nicht alles, was nach außen drängt, ist innere Form. Der Mensch, Kant zufolge ein „krummes Holz“, belügt sich gerne selbst, verbiegt sich, legt Schichten über seine Psyche, durch die er mitunter nicht mehr zu sich selbst durchdringen kann. Wo das Kalkül einsetzt, zerbröckelt die innere Form, verformt sich nach Maßstäben, die nicht ihre eigenen sind. Der Kunstmarkt ist voll von nicht authentischer Kunst.

Schließlich spricht man gelegentlich von der „Kunstbetriebskunst“, wenn von Werken die Rede ist, die in Hinblick auf Marktgängigkeit geschaffen zu sein scheinen. Dies mag im Einzelfall schwer zu beurteilen sein. Gewiss aber ist, dass Künstler des Ateliers Goldstein so authentisch arbeiten, wie es einem kunstkritischem Ideal entspricht, dem im Kunstbetrieb kaum jemand zu entsprechen vermag. Auf Effekte um ihrer selbst willen sind die Künstler dieser Parallelkunstwelt nicht aus, sie folgen einem „Wesensgesetz“ und lassen sich von Marktforderungen, Geschmacksbildungsprozessen, Kunstkritik und ähnlichen Filtern des modernen Kunstbetriebs nicht beirren. Daher rühren einen ihre Arbeiten auch in unverstellter, ursprünglicher und gleichsam reiner Weise an, eine Wirkung, die in den Hauptströmen des zeitgenössischen Kunstbetriebs allenfalls gelegentlich aufblitzt.

Michael Hierholzer



Zwischen Normalität und radikaler Subjektivität


Menschen mit Behinderung überwinden ihre Ausgrenzung, die sozialen und kulturellen Folgen ihrer Behinderung. Die ehemaligen Outsider können in unserer Gesellschaft zu Insidern werden, um von diesem Ort und aus dieser Perspektive gleichzeitig wieder den kritisch distanzierten Blick des Künstlers auf unsere Welt werfen zu können.

Kunst kann Räume des inneren Ausdrucks, der sozialen Wirksamkeit und der Kommunikation eröffnen, Distanz und Nähe schaffen, ein Balancieren zwischen Normalität und radikaler subjektiver Besonderheit ermöglichen.

Menschen, die in unterschiedlicher Weise die Barrieren unserer Gesellschaft erleben und erleiden, erfahren Ermutigung im Überschreiten ihrer inneren und äußeren Grenzen. Die Unterschiedlichkeiten ihrer Behinderungen verlieren an Bedeutung, vielmehr verbindet sie eine gemeinsame Erfahrung, gesellschaftliche Barrieren erleben und überwinden zu können.

Prof. Dr. Jürgen Armbruster

 


Die Fragilität des Seins und die trügerische Sicherheit bestehender Systeme

Gerade die Sehnsucht nach Authentizität und Intensität ist in Zeiten wie heute ungebrochen. Zunehmend findet Kunst Beachtung, die nicht nur die Gegenwart reflektiert, sondern auch als verändernde Kraft Einfluss nimmt.

Die Bewegung Insider Art attackiert nicht das bürgerliche Kunstverständnis wie die Avantgardebewegungen des 20. Jahrhunderts, sondern sie öffnet, verbindet, integriert – sie sucht den Dialog.

Insider Art konfrontiert mit den elementaren Fragen des Lebens – und auch der Kunst: dem Umgang mit Makel, Imperfektionismus, Toleranz, Ausgrenzung, Brüchen. Sie lenkt unseren Blick auf die Fragilität des Seins und die trügerische Sicherheit bestehender Systeme. Auch der Bewertungssysteme.

Insider Art hinterfragt Werte und Haltungen im gesellschaftlichen Miteinander: auf der menschlichen, auf der künstlerischen und auf gesellschaftspolitischer Ebene. Insider Art will nicht erschüttern, aber sichtbar machen – andere Perspektiven zeigen. Sie hat keine moralisierenden Antworten, sie befragt und hinterfragt. Wie gehen wir mit dem Andersartigen, Fremden um? Wie mit Irritation und Unsicherheit? Wie mit Brüchen und Krisen? Hat Kunst noch eine politische Kraft und Bedeutung? Es geht nicht um die Legitimation von Insider Art, sondern um das WIE der Vermittlung. Sie muss den Weg in die gesellschaftliche Breite finden, um ihre ganze Kraft und ihren ganzen Zauber zu entfalten: künstlerisch, menschlich und gesellschaftspolitisch.

Bea Gellhorn
Leiterin der Online-Galerie für Insider Art

 

 

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