Anna Maris

Über die Kunst:
Malen bedeutet für mich Freude am Gestalten und innere Freiheit.
Lebensmotto:
Nie aufhören anzufangen.
Vita/Lebensstationen:
Geboren 1947 in Bad Wilsnack/ Havelland
1949 Erkrankung an Poliomyelitis (= Kinderlähmung). Die Folge war eine komplette Lähmung des rechten Beines und dadurch eine Gehbehinderung bis heute. Bis 2007 Berufstätigkeit in verschiedenen sozialen Arbeitsfeldern.
Künstlerische Entwicklung:
Bis 2006 Autodidaktin in verschiedenen Richtungen der Malerei
2007 bis 2009 Workshops für freie Malerei in Acryl und Öl,Grundlagen zu Theorien der Bildenden Kunst und zur neuzeitlichen Farbenlehre bei Prof. Dieter Crumbiegel, Private Kunstschule Heinsberg
2009 Experimentelle Acrylmalerei und Collagen in verschiedenen Techniken bei Vera Schwehm-Schwarze, Künstlerhof Unkenbach
2011 Experimentelle Acrylmalerei mit Collagen bei Angie Horlemann
Seit 2011 Regelmäßiges Arbeiten im eigenen Atelier, überwiegend abstrakt und experimentell, in Acryl, Öl und Mischtechnik sowie Entwicklung von Farb-Text-Collagen
Warum ich malen muss:
Malen bedeutet für mich Freude am Gestalten und innere Freiheit
Zu Beginn meiner Malerei fiel es mir schwer, mich auf den „Malprozess ins Unbekannte“ locker einzulassen. Schließlich war ich es früher gewohnt, Wege und Strukturen zu bestimmen, zielorientiert zu arbeiten und Lösungen termingerecht vorzulegen.
Inzwischen habe ich gelernt, voller Neugierde und ganz entspannt mit dem spontanen Malen zu beginnen: Jede weiße Leinwand ist wie der Beginn einer neuen Reise. Heute kann ich es leicht zulassen, so zu arbeiten und mich selbst überraschen lassen.
Ich habe immer eine große Lust zu gestalten, zunächst mit Acrylfarben, die ich am liebsten mit verschiedenen Spachteln spontan auf die Leinwand bringe. Und schon beginnt der spannende Prozess, dessen Ende und Ergebnis völlig offen sind.
Die Unmittelbarkeit, mit dem Material spontan zu arbeiten, gibt mir ein Gefühl der Leichtigkeit. Meine Freude scheint sich irgendwie zu verbinden mit dem gerade Äußeren – den Farben, dem Werkzeug und meinen Händen.
Es entsteht etwas. Dabei fühle ich meine innere Freiheit, es weiter zu entwickeln und zu verändern oder auch zu zerstören und wieder neu anzufangen. Nirgendwo anders fühle ich mich innerlich und äußerlich derart frei.
Meine Art zu malen würde ich als expressive, gestische, ja als körperliche Malerei bezeichnen. Beim Malen bewege ich mich ständig. Ich kann nur im Stehen und in Bewegung malen, nehme immer wieder Abstand und dann neuen Schwung.
Dieser Prozess inspiriert mich, Neues auszuprobieren; es entstehen Ideen, Materialien für Collagen zu verarbeiten und Strukturen und neue Oberflächen herauszuholen. Dabei ist es immer wieder spannend, unmittelbar zu erleben, wie etwas wird.
Durch die Malerei habe ich gelernt, mehr Geduld zu haben – vor allem mit mir selbst. Ich empfinde keinen Leistungsdruck mehr, dafür aber tiefe Freude über das, was mit meinen Händen entsteht.
Vor allem das Malen mit Ölfarben hat mir ganz neue Zeitbegriffe vermittelt: Ich genieße inzwischen die andere Malweise, das langsame Vorankommen, abwarten, bis die Farben getrocknet sind, verwerfen und wieder neu anfangen. So brauche ich für meine Ölbilder viele Monate.
Nach einem Berufsleben mit viel Zeitdruck und engem Terminkalender ist das ein unglaubliches Gefühl, dass ich mir nun diese Zeit zum Malen nehmen kann.
Ich habe einen großen Anlauf gebraucht, den Schritt in die Öffentlichkeit zu machen. Das Konzept von Insider Art hat mich sofort überzeugt und so habe ich mich persönlich an Frau Gellhorn von Insider Art gewandt. Wir haben miteinander telefoniert, und sofort war der „Funke der Sympathie“ übergesprungen: Ich war zutiefst berührt von ihrer wertschätzenden Art und Sprache sowie dem persönlichen Respekt mir gegenüber. Dieses erste persönliche Gespräch hat mich so beeindruckt, dass ich mich spontan entschieden habe, bei Insider Art mitzumachen.
Frau Gellhorn hat mich ermutigt, meine Bilder in der Online-Galerie einzustellen und so am Kunstgeschehen aktiv teilzuhaben – ohne Ausgrenzung und ohne akademische Bewertung.
Für mich als Künstlerin mit Handicap bedeutet dies einen großen Schritt: Ich werde mit meinen Bildern wahrgenommen und erlebe öffentliche Anerkennung. Dieser Prozess ist ähnlich spannend für mich wie der Malprozess selbst.
Deshalb danke ich ganz besonders Frau Gellhorn und ihrem Team für dieses Angebot, eine Chance im etablierten Kunstbetrieb zu bekommen. Ich bin nun mit Überzeugung dabei.
Anna Maris








