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Eine große Idee geht auf Reisen

19.11.2013

Ausschnitt einer Fotoarbeit von Silja Korn, die eine grobkörnige, graue und pink- bis rotfarbene Oberflächenstruktur zeigt.

Am 06. Dezember um 12.45 Uhr wird die Ausstellung „Neugemalte Wirklichkeit 2.0“ in der Botschaft von Ungarn in Berlin Unter den Linden 76 von dem ungarischen Botschafter Dr. József Czukor feierlich eröffnet. Vertreten sind als deutscher Beitrag die beiden Künstlerinnen unserer Online-Galerie Silja Korn und Dr. Gertrud Kamper, die neben sechs ungarischen Künstlern mit und ohne Behinderungen dort bis 14. Dezember ihre Arbeiten ausstellen. Geschäftsführerin Bea Gellhorn wird eine Einführung zur Ausstellung halten.


Ein bemerkenswertes europäisches Ausstellungsprojekt

Im Herbst 2012 wurde in Budapest die Ausstellung „Übermalte Wirklichkeit“ im Rahmen eines Programms für Chancengleichheit in der Ungarischen Nationalgalerie eröffnet. In der Ausstellung konnten die Besucher Werke von fast 20 behinderten und nicht behinderten Künstlern besichtigen. Der Erfolg war so groß, dass die Galerie die Ausstellungsdauer um knapp zwei Monate verlängerte.

Zentrales Ziel der Ausstellung ist es, der Mehrheitsbevölkerung die Möglichkeit zu bieten, vorurteilsfrei und unter neuen Gesichtspunkten die Werke behinderter Künstler zu betrachten und die Verschiedenheit der Menschen als Wert zu erkennen, der unsere Welt bereichert. 

Nach dem Erfolg in Budapest ging die Ausstellung auf Reisen durch mehrere europäische Großstädte. Dort wurde und wird sie jeweils durch Werke dortiger Künstler/innen ergänzt. Im Dezember 2014 kehrt sie dann nach Budapest in die Ungarische Nationalgalerie zurück, wo alle Künstler/innen mit ihren Werken noch einmal zusammen präsentiert werden.


Hohes künstlerisches Niveau

„Für die Veranstalter ist es besonders wichtig, dass die Thematik, der Stil und das künstlerische Niveau der Werke dem Ruf und den Traditionen der Ungarischen Nationalgalerie und des Balassi Instituts, das die Ausstellung fördert, gerecht werden. Deshalb stellen sie ausschließlich Werke dem Publikum vor, die der Zielsetzung der Ausstellung entsprechen, beziehungsweise die würdig und wert sind, ausgestellt zu werden.“

Wir sind ausgesprochen stolz und freuen uns sehr, dass Silja Korn mit ihrer 2012 entstandenen Fotoserie „textures“ sowie Dr. Gertrud Kamper mit ihren eindrucksvollen digitalen Bildmontagen zu den ausgewählten Künstlern gehören. Beide Künstlerinnen leben und arbeiten in Berlin.


Über die Arbeiten von Silja Korn und Dr. Gertrud Kamper

Mit ihrer Fotoserie zwingt Silja Korn den Betrachter genauer hinzusehen. Sie lenkt seinen Blick auf Unscheinbares, Belangloses, Alltägliches – das, was wir in der Bilderflut unserer Welt übersehen, nicht mehr wahrnehmen, wofür wir blind geworden sind. Silja Korn lässt uns mit ihrer künstlerischen Ausdruckskraft und ihrer ausgeprägten sinnlichen Wahrnehmung und Intuition teilhaben wie sie die Welt sieht und stellt alle unsere Vorstellungen und Vorurteile von Teilhabe, Ausgrenzung, Defiziten und Behinderung auf den Kopf. Ihre Arbeiten öffnen uns die Augen für die Schönheit im Detail, für das Funkeln in den Bruchstücken. All das lehrt uns eine Künstlerin, die seit einem Unfall mit 12 Jahren völlig erblindet ist. 

Gertrud Kamper beschäftigt sich in den ausgestellten Arbeiten mit dem Unsichtbaren, Unfassbaren, was hinter Fassaden und unter der Oberfläche geschieht. Sie wagt sich in die Abgründe, sie seziert das Herz, gräbt sich durch Schichten und findet zwischen Bruchstücken, Fetzen von Erinnerungen und Überlagerungen eine gläserne, fragile Bildsprache und damit einen Ausdruck für das Unaussprechliche. Immer liegt das Bedrohliche, das Ungewisse in der Luft. Gertrud Kamper zieht den Vorhang auf und gewährt uns einen Blick in unsere eigenen verborgenen Seelenlandschaften. Dr. habil. Gertrud Kamper ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und lebt seit über 30 Jahren mit psychischen Einschränkungen wie Depressionen und Traumaerfahrungen.


Nur kurzer Aufenthalt in Berlin!

Sie sind herzlich eingeladen zur Eröffnung am 06. Dezember um 12.45 Uhr. Anschließend ist die Ausstellung von 09. bis 14. Dezember in der Ungarischen Botschaft  in Berlin Unter den Linden 76 (beim Brandenburger Tor) zu besichtigen.
Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag  von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr und Freitag von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr. Die Räume sind barrierefrei. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis mit.
Die Arbeiten der Künstlerinnen sind verkäuflich und nur auf 3 bzw. 5 Exemplare pro Arbeit limitiert. Interessenten wenden sich gerne an die Online-Galerie und Bea Gellhorn.

Diese bemerkenswerte Ausstellungsreihe wurde als gemeinsames Programm des ungarischen Ministeriums für Humanressourcen, des Balassi Instituts und der Ungarischen Nationalgalerie ins Leben gerufen. Schirmherr der Ausstellung ist Miklós Soltész, Staatsminister für Soziales, Familie und Jugend.

Die Tour führt von Budapest über Rom, Wien, Brüssel, Berlin, Stuttgart, Paris, London, Helsinki, Moskau und Prag wieder zurück nach Budapest. Kuratorinnen der Ausstellung sind Bernadette Dán und Dr. Veronika Baksa Soós. Die Ausstellung in Berlin findet in Kooperation mit Insider Art statt.

Lageplan

Abbildung: Ausschnitt einer Arbeit aus der Fotoserie "textures" von Silja Korn

Abbildung des Logos clicks4charity

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