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Bittere Wirklichkeit

03.07.2014

Arbeit 01 von Michael Weber

Das aktive Schaffen von Kunst wird Menschen mit Behinderungen und sogar ausgebildeten Künstlern verwehrt. Das ist ein Skandal!

Deshalb fordern wir seit Jahren in der Fortschreibung des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung die Aufnahme der Kunstschaffenden mit Behinderungen. Ihre Beiträge sind im Sinne der UN-Konvention wichtige künstlerische Beiträge zur Bereicherung unserer Gesellschaft. Dieser Bescheid belegt die bittere Wirklichkeit für tausende von Kunstschaffenden mit Behinderungen.

Auszug aus dem Ablehnungsbescheid eines Künstlers:

„Was die vom Antragsteller mit Datum vom 19.05.2014 beantragte Leistungen für 21 Stunden/ Woche Assistenz zur künstlerischen Betätigung anbelangt, sieht der Antragsgegner keinen Leistungsanspruch zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, die im Rahmen der Eingliederungshilfe nach den Vorschriften der §§ 53 ff. SGB XII i.V.m. § 55 SGB IX zu erbringen sind.

Gemäß §1 SGB IX erhalten Behinderte und von Behinderung bedrohte Menschen Leistungen nach dem SGB IX und den für Rehabilitationsträger geltenden Leistungsgesetzen, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigten Teilhaben am Leben in der Gemeinschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken.

Zu den Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gehören Hilfen zur Vermittlung gesellschaftlicher Kontakte, zum Besuch von Veranstaltungen, zur Beteiligung an vereinen, Teilnahem am Leben in der Gemeinschaft und des Gemeinwesens.

Was die beantragte Leistung des Antragstellers anbelangt, ist die künstlerische Betätigung als elementarer Aspekt der Persönlichkeitsentfaltung eines ausgebildeten Künstlers von der inhaltlichen Wertung nicht unter der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu subsumieren und somit nicht unter die geltenden Leistungsgesetze zu fassen.

In der Antragsbegründung des Antragstellers wird auf die Teilhabe am kulturellen Leben nicht nur als passive/rezipierende, sondern auch als aktive/kunstschaffende Teilnahem in Bezug auf den Nationalen Aktionsplan (NAP) zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verwiesen. Es wird ausgeführt, dass die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen treffen, um Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen, nicht nur für sich, sondern auch zur Bereicherung der Gesellschaft.

Jedoch zielt dieser Artikel nicht auf das aktive Schaffen von Kunst, sondern in Artikel 30 Abs. 1 a-c auf Maßnahmen die sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen der Zugang zu kulturellen Veranstaltungen, Aktivitäten etc. gegeben ist.“

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung, Ihre Empörung, Ihre Ideen wie wir den Weg für diese Künstlerinnen und Künstler ebnen können oder kommentieren Sie unseren Artikel auf Facebook

Abbildung: Die Arbeit 01 von fünf neuen Arbeiten des Künstlers Michael Weber.

 

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