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Zwischen Anerkennung und Ausgrenzung

09.04.2015

Abbildung der Arbeit Last Call für Engel von Ulrike Rosenbach, der ein Schattenbild eines Engels auf dem Fußboden eines Ausstellungsraumes zeigt.

Im Gegensatz zur Mehrzahl der Kunstpreise, die ausdrücklich als Nachwuchspreise angelegt sind, richtet sich die aktuelle Ausschreibung des Gabriele-Münter-Preises an Bildende Künstlerinnen, die das 40. Lebensjahr vollendet haben. Ein kluges und wichtiges Zeichen in einer alternden Gesellschaft. Denn auch der Kunstmarkt jagt vor allem dem Nachwuchs nach. Künstlerinnen und auch Künstler, die über 40 sind, erfahren immer wieder Ausgrenzung, weil sie zu alt sind - sei es, sie passen nicht zu einem "hippen" Kunstmarketing oder zu den Auswahlkriterien für diverse Ausschreibungen für unterschiedlichste Kunst- und Kulturevents.

Obwohl gerade ihre künstlerische Arbeit durch die jahrelange, kontinuierliche Auseinandersetzung mit ihren Inhalten und Themen an Reife und Tiefe gewinnt und sich ihr individuelles Profil immer markanter und authentischer herausbildet. Das macht die Arbeiten älterer, gereifterer Künstlerpersönlichkeiten so interessant und wichtig.

Der Gabriele-Münter-Preis soll nun die Kunst von Frauen würdigen und öffentlich sichtbar machen - "auch mit dem Ziel, zu ihrer besseren Berücksichtigung bei Ausstellungen, Preisen und Ankäufen beizutragen".
Auch das ist ein sinnvoller Schritt, da der Anteil der Arbeiten von Frauen in Museen heute noch immer unter 10% liegt.

Frauen seien gerade in der professionellen Kunst unterrepräsentiert, so Bundesministerin Manuela Schwesig. "Einer Gesellschaft aber, die das künstlerische Schaffen von Frauen zu wenig wahrnimmt, fehlen Vielfalt und wichtige Perspektiven."

Wir werden Frau Ministerin Schwesig die Auslobung eines Preises für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen vorschlagen, damit auch deren künstlerisches Schaffen mehr Wahrnehmung und Würdigung in der Öffentlichkeit erfährt. Auch ihre Beiträge sind unterrepräsentiert, gehören zur künstlerischen Vielfalt und vermitteln unverzichtbare Perspektiven.

Über die Antwort werden wir berichten.

Die beiden relevanten Kunstpreise, die es für Kunstschaffende mit Behinderungen gibt, so wie beispielsweise der Bundeskunstpreis für Menschen mit Behinderungen und der euward, richten sich in erster Linie an Menschen mit einer intellektuellen oder psychischen Schwerbehinderung. Viele Künstler/innen mit anderen Beeinträchtigungen fühlen sich dort nicht zugehörig, sondern befürchten durch eine Teilnahme an einem solchen Kunstpreis eine weitere Stigmatisierung im professionellen Kunstbetrieb.

Ein neuer und attraktiver Kunstpreis wäre ein deutliches Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung und setzt die Forderung des Artikels 30/2 der UN-BRK um, „Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen, nicht nur für sich selbst, sondern auch zur Bereicherung der Gesellschaft.“

Der Gabriele-Münter-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer (GEDOK) und dem Frauenmuseum in Bonn ausgelobt.

Bewerben können sich Bildende Künstlerinnen ab 40 Jahren bis 30.11.2015 auf dieser Webseite www.gabrielemuenterpreis.de.


Auch wir freuen uns, wieder drei neue Künstlerinnen in unserer Galerie präsentieren zu können.

Entdecken Sie die Paula Schmidt aus Berlin und ihre wunderbaren abstrakten Arbeiten. Im Zuge ihrer Erkrankung 2012 entdeckte sie – glücklicherweise - die Malerei wieder. Durch sie konnte sie Dinge und Stimmungen benennen, für das es keine Worte mehr gab. 

Die gebürtige Pakistanin Fakhara Latif lebt in Osnabrück und ist eine sehr vielseitige junge Künstlerin. Ihre Malerei erinnert an die surrealen Arbeiten von Frida Kahlo, in denen sie immer wieder ihren Schmerz und Leidensweg verarbeitete.
Auch in Latifs Arbeiten spürt man, was sie ertragen muss und doch dem Leben so viel Hoffnungsvolles abtrotzt. Sie leidet seit ihrer Kindheit an einer sehr seltenen und schmerzhaften Wirbelsäulenerkrankung.
Ihre Fotografien, teils digital bearbeitet, teils unverändert analog, wirken leuchtend und auch irritierend. Ihre meist surrealen Inszenierungen erscheinen geheimnisvoll und vielleicht gerade deshalb so anziehend.

Zweta Vassileva wuchs in Sofia in Bulgarien auf und lebt heute in Berlin. Sie stellt fünf ihrer spirituellen Traumfiguren aus Ton vor. Ihre Golems beispielsweise beziehen sich auf eine mystische Vorstellung des Mittelalters. Ein Golem war ein von Weisen aus Lehm gebildetes stummes, menschenähnliches Wesen, das verborgene Größe und Kraft besaß.

Abbildung: Ulrike Rosenbach, Last Call für Engel, ©Ulrike Rosenbach

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