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Eine kleine Geschichte am Rande und kein intimes Geständnis eines Kuratoren

05.06.2007

Sagte doch neulich ein von mir auf einer Vernissage angesprochener hochdotierter Kurator: Kunst von behinderten Menschen müsse sich, wenn sie auf den Markt wolle, dem Kunstbegriff des Marktes stellen. Nur wie definiert dieser Kunst?
Ich weiß nur gesichert, seit der Erscheinung des Buches „Was ist Kunst?“ bei Dumont, dass es mindestens 1000 Antworten gibt - und davon wage ich zu behaupten, treffen mindestens 347 Antworten auf die Arbeiten von behinderten Künstlern zu.

Also fragte ich höflich nach dieser, beziehungsweise seiner Definition von Kunst, die ja dann Grundlage unseres Gespräches sein müsste. Worauf ich die harsche und lakonische Antwort erhielt: „Sie glauben doch wohl nicht, dass ich Ihnen bei einem Glas Wein zwischen Tür und Angel meine Definition von Kunst erzähle.“ Schade, ich dachte, dazu seien Vernissagen und Kuratoren doch eigentlich da.

So ist das mit dem Kunstbegriff... Es geht wohl kaum darum, ob etwas Kunst ist oder nicht, sondern vielmehr um die Frage wer mit diesen Arbeiten etwas anzufangen weiß. Es gibt Sammler, die Outsider Art, art brut, oder wie immer man das nennen will, sammeln, weil sie sich nicht die Frage stellen, ob das Etikett Kunst funktioniert oder hier angemessen ist, sondern weil sie die Bilder in ihrem Lebensalltag brauchen, sie nutzen, indem sie sie ansehen, darüber sprechen, nachdenken. Diese Menschen sollen die Bilder finden und kaufen, ausleihen und mieten können, ohne dass jemand Kunstetikettenzensur ausüben kann.

Zustandsgebundene Produktionsweisen gehören zum gegenwärtigen, erweiterten Kunstbegriff, der sich vom entkontextualisierten (aus dem Zusammenhang genommen) Werkbegriff und rein kontemplativer (beschaulich, nachdenklich) Schau absetzt. Dieses Verständnis dringt nicht immer bis in die feinen Verästelungen einer großen Verwaltungsmaschinerie durch ...
erreichte mich tags darauf eine E-Mail. Allerdings nicht von dem Kurator. Aber man weiß ja nicht.

Vielleicht kommen wir doch noch ins Gespräch.
Und reden über Kunst. Über Inhalte. Über Aussagekraft.


(Der Verfasser dieser Mail gestatte mir diesen kleinen „verbindenden“ Kunstgriff. Anm. d. Redaktion)

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