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Markus Georg Reintgen

Abbildung von Markus Georg Reintgen

Über die Kunst:
Meine Kunst bestimme ich selbst.

Lebensmotto:

Lebenskunst


Vita/Lebensstationen:

Geboren 1963 in Nastätten, Loreley/Rhein

2002 Beginn Studium an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bei Prof. Dr. Vladimir Spacek
Ab 2006 Studium an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Frankfurt bei Prof. Simon Starling, Abschluss 2010
2011 Arbeitsstipendium des Landes Rheinland-Pfalz zum Thema PRORA
2012 mit Scherben von PRORA in der Kunstsammlung des Landes
Rheinland-Pfalz vertreten


Einzelausstellungen

2012 "Krieg - Väter & Söhne", Peace-Gallery, Anti-Kriegs-Museum Berlin
2006 „laut stehen“ Akademie für Bildende Künste, Mainz (Katalog)
2003 „Fotoprojekt im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen“ mit dem ZDF Mainz
2002 „Markus Georg Reintgen“, Jaguar House, Wiesbaden (Katalog)
2001 “Kunst im Bus“, ESWE Verkehrsbetriebe, Wiesbaden

Gruppenausstellungen

2010 "Tag der Begegnung", Ruhr.2010 in Essen
2010 "fail better 2", Kunsthalle Mainz (Katalog)2008 "13/25", Klasse Spacek Fotografie, Stadtgalerie Markdorf (Katalog)
2006 „Klasse Spacek Fotografie“ Maison de France, Mainz (Katalog)
2005 „Klasse Atelier“, Kunstverein Ludwigshafen (Katalog)
2004 „Klasse Atelier“, Haus der Kunst der Stadt Brünn (CZ) (Katalog)
1994-1996 „commedia wild west de`ll arte”, r.p.k.-arts, Nastätten u. Koblenz/Rhein


Markus Georg Reintgen wurde im Mai 2011 vom Bundespräsidenten in die Deutsche Künstlerhilfe aufgenommen, die verdiente Künstler und Schriftsteller des Landes unterstützt und fördert. Dies ist eine Ehrengabe als Ausdruck des Dankes für kulturelle Leistungen, die Künstler für das Land erbracht haben.

Wir freuen uns sehr über diese Wertschätzung und Anerkennung und gratulieren Herrn Reintgen ganz herzlich!


Der Fotokünstler Markus Georg Reintgen

Arbeit "Fathers and Sons" von Markus Georg Reintgen
Fathers and Sons, 2008, 54 x 81

Markus Georg Reintgens Werk ist eine fortwährende Beschäftigung und Auseinandersetzung mit kriegerischen Auseinandersetzungen und dem Ausloten der Wurzeln von Gewalt und Aggression.

Der Fotokünstler Markus Georg Reintgen arbeitet im Spannungsfeld Kunst und Bildjournalismus. Kritisch beleuchtet und analysiert er historische und aktuelle kriegerische Auseinandersetzungen. Als “Einer, der nichts mehr zu verlieren hat“ fokussiert er den Wahnsinn, hinterfragt das Wegsehen sowie das kritiklose Konsumieren. Immer wieder lenkt er den Blick, zwingt, irritiert und provoziert ihn. Die Arbeiten gewinnen durch ihre Vielschichtigkeit einen unausweichlichen Sog und fordern eine vertiefende Betrachtung. Ungewohnte Motive und andere Perspektiven brechen immer wieder mit Sehgewohnheiten und konfrontieren uns – letztendlich mit uns selbst und unserer eigenen Haltung zu Krieg, Gewalt und Wegsehen.
Reintgen durchdringt konsequent und schonungslos das Oberflächliche, Halb- und Unwahrheiten und sucht den tieferen Blick auf das, was sich dahinter verbirgt, wobei er, wie in seinen neueren Serien, zunehmend entfernt, was unwesentlich ist.

In seinen Arbeiten hinterfragt Markus Georg Reintgen sehr subtil den Krieg – fernab der bekannten Kriegsschauplätze und sucht nach den Motiven der Verführung, der Faszination. Darüber legt er eine düstere Vorahnung der Fragwürdigkeit, der Schuld, des Elends.

Wer sind die Ursachen und Verursacher des letzten Mittels der Konfliktlösung, des Krieges? Reintgen zeigt Männer in ihrer Doppelrolle als Väter und Soldaten, Beschützer und Verführer, die in den Söhnen die Sehnsucht nach großen Gefühlen wie Tapferkeit, Stärke, Kameradschaft, Ehre und Vaterland entfachen und ihnen letztendlich den Weg in den Krieg, in den Tod weisen. In die Geste des coolen Helden, von der gesichtslosen Masse bewundert, mischt sich blutiger Ernst - fast wie eine Vorahnung, die nur der Künstler wahrzunehmen scheint. Er holt das Blutvergießen zurück in das Bewusstsein.

Seine Motive sucht er an eher ungewöhnlichen Orten. Die durch seine Behinderung eingeschränkte Motivwahl des Künstlers, erweist sich als eine Bereicherung, da er dadurch neue, andere Motive wählt und durchdringt – und den Blick des Betrachters zunächst befremdet, irritiert, einer gewohnten und bereits abgestumpften Sehweise entreißt. Um zu verstehen, muss er genauer hinsehen, sich vertiefen statt wegsehen.

Auf seiner Suche nach authentischen Motiven bereist Reintgen u.a. zahlreiche historische Orte, Schlüsselorte kriegerischer Auseinandersetzungen, wie beispielsweise Utah Beach, der Deckname des französischen Küstenabschnitt in der Normandie, wo 1944 die Alliierten landeten, sowie Armee-Garnisonen in ganz Europa, die immer wieder ihre Tore öffnen, um auf inszenierten ’Kriegsspielplätzen’ Generationen von Familien und deren Kinder zu belustigen.

Reintgen beobachtet mit seiner Kamera wie der Krieg zum Jahrmarkt, zur Massenbelustigung wird, Fahrgeschäfte und Karusselle gegen Waffen und Kriegsgerät eingetauscht werden. Durch seine Fokussierung und sein bildnerisches Eingreifen, soll ein Erfassen dieser Ereignisse ermöglicht und deren Absurdität bewusst werden.

Die ersten digitalen Eingriffe mit den Farbflächen ’Rot’ und der Nichtfarbe ’Schwarz’ mittels digitalem Pinselwerkzeug eines Computerprogramms entstehen 2007. Mit diesem digitalem Zoom fokussiert Reintgen den Blick noch intensiver auf das ihm Wesentliche. Charakteristisch für maxRopaint, wie er diesen Stil der nachträglichen Bearbeitung nennt, sind Leerstellen als ausschließlich rote und schwarze Farbflächen in verschiedenen Pinselstärken und Farbtransparenzen. Menschliche Figuren werden dadurch anonymisiert, zu austauschbaren Komparsen und Platzhaltern für die eigene Perspektive. Sie werden entweder Synonyme für eine voyeuristische Masse oder zu Protagonisten erhoben. Auf diese Weise entsteht ein spannungsgeladenes Wechselspiel der eigenen Empfindungen in den unterschiedlichsten Perspektiven, die der Betrachter einnehmen muss. Er selbst wird plötzlich zum Aggressor, aber auch Opfer.

Bea Gellhorn, Leiterin der Online-Galerie für Insider Art

Arbeit 1 von Markus Georg Reintgen: move 01
Arbeit 2 von Markus Georg Reintgen: move 02
Arbeit 3 von Markus Georg Reintgen: longest days (utah beach)
Arbeit 4 von Markus Georg Reintgen: longest days (st. mere d'eglise)
Arbeit 5 von Markus Georg Reintgen: tank (d-day)
Hier geht es direkt zur Daimler Kunst Sammlung und zur aktuellen Ausstellung
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